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Wildpark unterstützt Artenschutzprojekt für Luchse in Polen

Auf Luchsdame „Olsa“ warten in Westpommern ein stattlicher Kater und riesiges Gehege

Der Wildpark Lüneburger Heide in Hanstedt-Nindorf engagiert sich schon seit vielen Jahren für den Artenschutz und die Erhaltung bedrohter Tierarten. Eines der erfolgreichen Projekte war die Wiederansiedlung des Luchses im Harz. Nachdem die Tiere in Europa vor rund 200 Jahren ausgestorben waren, hat sich der Luchs im nördlichsten Mittelgebirge Deutschlands durch Auswilderung von ausgewählten Wildpark-Tieren wieder etabliert - auch Tiere aus dem Wildpark Lüneburger Heide waren bei dem im Jahr 2000 gestarteten Wiederansiedlungs-Projekt dabei. Jetzt unterstützt der Wildpark ein weiteres Projekt dieser Art in Polen. Die Naturschutzorganisation Zubry Zachodniopomorskie, die in Westpommern erfolgreich die ebenfalls in Europa ausgerotteten Wisente wiederangesiedelt hat, möchte das gleiche nun auch für den Luchs erreichen. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, in den kommenden Jahren jährlich mindestens zwischen 15 und 20 Tiere auszuwildern, um einen Bestand von rund 100 frei lebenden Luchsen zu etablieren. Einen Beitrag dazu wird jetzt Luchsdame „Olsa“ aus dem Wildpark Lüneburger Heide leisten. 

 

Vor zwei Jahren kam die Katze aus dem Naturtierpark Ströhen zusammen mit einem Kater in den Wildpark, mit dem Ziel, hier für Nachwuchs zu sorgen. „Olsa ist eine wunderschöne Luchsdame mit sehr gutem und wertvollem genetischen Material“, weiß Alexandra Urban, Leiterin der Tierpflege im Wildpark. „Leider ist sie mit ihren zwei Jahren ein wenig frühreif und umgarnt den Kater schon seit einiger Zeit, der mit ihr aber noch nichts anzufangen weiß. Das verursacht Streß. Da kam die Anfrage aus Polen gerade recht.“ Sehr zur Freude der Mitarbeiter von Zubry Zachodniopomorskie, die vor allem Kontakt zu Tierparks in den deutschsprachigen Ländern gesucht haben, um geeignete Zuchttiere mit möglichst unterschiedlichen Blutlinien für ihr Projekt zu finden. „Olsa“ ist der zehnte Luchs, den Maciej Tracz und Marcin Grzegorzek für ihr Projekt gewinnen konnten.

 

Zu Beginn ihrer sechsstündigen Reise in ihre neue Heimat in Polen musste „Olsa“ ein letztes Mal betäubt werden, um für wissenschaftliche Zwecke etwas Blut zu lassen. Gleichzeitig haben die polnischen Naturschützer der Luchsdame ein Halsband mit einem GPS-Sender angelegt, mit dem in den nächsten fünf Jahren jeder Schritt des Tieres verfolgt werden kann. Denn in Polen warten auf „Olsa“ riesige Eingewöhnungs- und Zuchtgehege. „Ohne die GPS-Technik würden wir die Tiere in den Gehegen gar nicht aufspüren und ihr Verhalten beobachten können“, sagt Projektleiter Maciej Tracz. „Unser Ziel ist es, dass unsere Luchse so wenig wie möglich Kontakt zum Menschen haben und sie ihren Nachwuchs so naturnah wie möglich zur Welt bringen und aufziehen können. Das ist die beste Grundlage für eine spätere Auswilderung.“ Ein Baustein ist dabei die Fütterung. Während die in menschlicher Obhut lebenden Tiere täglich ihr Futter bekommen, gibt es in den Aufzuchtgehegen nur alle zwei Wochen ein Stück Wild, von dem die Luchse fressen können. So werden auch die Jungtiere gleich daran gewöhnt, nur Nahrung zu erhalten, die sie auch in freier Natur finden. Schon sechs Wochen vor ihrer Abreise nach Polen wurde „Olsa“ auf eine Wilddiät gesetzt, damit ihr die Eingewöhnung in ihrem neuen Zuhause leichter fällt. Auch für die spätere Auswilderung wird die Nahrung ein Schlüsselfaktor sein. „Die Tiere folgen der Nahrung und so kann es gut möglich sein, dass sich die Luchse über Westpommern hinaus nach Tschechien, ins Baltikum oder bis nach Skandinavien ausbreiten werden. Wir werden das mit Spannung beobachten“, sagt Tracz. „Aber so ein Projekt braucht Zeit. Wir rechnen mit etwa 25 Jahren, bis wir wissen, ob die Wiederansiedlung des Luchses in Polen erfolgreich war.“ 

 

Auf „Olsa“ warten in Polen nicht nur naturnahe Lebensbedingungen, sondern auch ein stattlicher Luchs-Kater aus dem lettischen Riga. Alexandra Urban hofft, dass sich die beiden gut verstehen und für gesunden und zahlreichen Nachwuchs sorgen. Einer von „Olsas“ Nachkommen soll nämlich - so die Vereinbarung - in nicht allzu ferner Zukunft wieder für die Zucht im Luchsgehege im Wildpark Lüneburger Heide zur Verfügung stehen und hier für Nachwuchs sorgen.

19.02.2019 - Wildpark Lüneburger Heide

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